Demodikose

Bulldog informationen
DEMODEX (Haarbalgmilbe)
 
Demodikose =
Pathologische (krankhafte) Zunahme der in den Haarfollikeln und Talgdrüsennormalerweise vorkommenden Demodex-Milben
Demodex canis (relativ häufig)
Demodex bovis (relativ selten)
 
Demodex canis:
   
Morphologie:
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~ 200 µm
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weißliche langgestreckte Milbe (zigarrenförmig)
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Capitulum (Kopf) hufeisen- oder leierförmig mit gut erkennbaren Mundwerkzeuge
 
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4 Paar stummelförmige Beine Opisthosoma (Hinterleib)
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sind streng wirtsspezifisch (D. canis, D. ovis, D. bovis, D. caprae, D. equi)
 
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Entwicklung dauert ~24 Tage und verläuft über ein Larven- und zwei Nymphenstadienkomplett innerhalb der Haarfollikel
 
 
 
 

 

Übertragung:

Von der Mutter auf die Welpen in den ersten drei Lebenstagen.

 

 

Klinische Symptome:

Treten frühestens nach drei Monaten auf bis max. zwei Jahre, ist also vorwiegend eine Krankheit junger Hunde, es gibt aber auch Träger ohneErkrankung.

Umschriebene Alopezie (Haarlosigkeit), typ. Brillenbildung, Pfote, Schnauze und Brust betroffen. Erst lokal begrenzt (Lokalisierte Demodikose), kann aber ohne Therapie generalisieren (Generalisierte Demodikose) ODER durch eigene Antikörper-Produktion ausheilen (Milben sind aber dann noch vorhanden!)

Bei einer generalisierten Demodikose, die häufig von einer Pododemodikose (Pfoten-) begleitet wird, treten in der Regel noch bakterielle Sekundärinfektionen und Pyodermien (Eitrige Hautentzündung) auf

 
 
 
 

 

Klinisch
unterscheidet man:

Alopezie (Haarlosigkeit)
squamöse (schuppig)
squamopapulöse (schuppig knötchenförmig)
pustulöse (eitrig-knötchenförmig)
und die atypische Form.

 

 

Umschriebene Alopezie:

Mildeste Form der Demodikose an Pfoten,
Schnauze und Brust (Kontaktstellen zur Mutter!) in leichten Fällen sind oft nur die Lider und ein Streifen um die Augen verändert: typische Brillenbildung durch Ausfall von Haaren und Wimpern.

 
 

 

Squamöse Form:

Schuppendes Ekzem (jukende nicht ansteckende Hautentzündung) mit erst
umschriebenem, dann großflächigem Haarausfall und Ausweitung der Haarbälge durch starke Vermehrung der Milben, Erythem (Hautrötung) und Hyperkeratose (überschließende Verhornung) der befallenen Hautstellen.

 
 

 

Squamopapulöse Form:

Entwickelt sich aus der squamösen Form Papeln (Knötchen) auf schuppenden haarlosen Stellen, chronisch! Nicht generell mit
Pruritus (Juckreiz) verbunden.

 
 

 

Pustulöse Form:

Oft bei über 2 Jahre alten Hunden; entsteht meist aus der
squamösen Form mit Ausbildung derber blauroter Knötchen und gelber, braunroter oder schwarzer Pusteln, die tief in die Haut vordringen und zu Geschwürsbildung neigen (bakterielle Sekundärinfektion) der durch Druck zu entleerende Inhalt enthält zahlreiche Milben; im weiteren Verlauf kommt es zu Haarausfall, die Haut verdickt sich und wird faltig und borkig, blaurot (Rote Räude); Juckreiz bei dieser Form gelegentlich vorhanden; kann infolge Septikämie (Infektion des gesamten Körpers durch Blutvergiftung) und Kachexie (hochgradige Abmagerung) tödlich verlaufen

 
 
 
 

 

Atypische Form:

Veränderungen über den ganzen Körper, Haare fallen auf kleinen schuppenden Stellen aus, Juckreiz fehlt meist, Pusteln und nässende Knötchen können vorhanden sein.

 

 

Tritt bei älteren Hunden eine generalisierte Demodikose auf, so entwickelt sich oft innerhalb eines Jahres eine innere Erkrankung oder eine maligne Neoplasie (bösartige Neubildung=Tumor) aufgrund der vorhandenen Störung in der zellulären Immunabwehr

Kortikosteroide (Entzündungshemmer mit Cortison, schwächen die Immunabwehr) sind also kontraindiziert (auf gar keinen Fall anzuwenden)

 

 

Die generalisierte Demodikose ist die Manifestation eines spezifischen T-Zellen Defektes (T-Zellen=Immunzellen),durch den erst die Zunahme der Milbenanzahl ermöglicht wird.Durch die massenhafte Vermehrung der Milben wiederum
wird die Synthese eines immunsuppressiven (abwehr-unterdrückend) Faktors
induziert, der zu einer generellen T-Zell-Suppression (Unterdrückung) führt
(Defekt der zellvermittelten Immunität).

 

 

Hunde mit Demodikose sollten von der Zucht ausgeschlossen werden, sowohl
Hündin als auch Rüde, denn auch die Rüden können den T-Zell-Defekt, der für
den Ausbruch einer generalisierten Demodikose verantwortlich ist, vererben.

 

 

Häufig,aber nicht bei allen Hunden, wird der T-Zell-Defekt mit
zunehmendem Alter kompensiert.
 

 

Therapie
lokalisierte Demodikose:

heilt oft von selbst ab, aber eine tägliche lokale Applikation des Amidins Amitraz oder des Phoxims ist sinnvoll, Hautstellenevtl. vorher mit Benzoylperoxid waschen

 
 

 

generalisierte Demodikose:

Sehr schwierig zu behandeln, zur Zeit gilt Amitraz alseines der wirksamsten Medikamente (Behandlungserfolg alle 2-4Wo kontrollieren) Bad/Waschung mit einer 0,025- bis 0,15%igen (kleine Hunde 0,0125%ig) Lösung 1-2x wöchentlich über mehrere Wochen, Hund vor der ersten Waschung mit einer desinfizierenden Lösung baden und nach jeder Amitraz- Waschung nicht abtrocknen! alternativ zu Amitraz kann auch Phoxim (Sebacil®) zur Waschung verwendet werden
(20 ml / 10 l Wasser) weiterhin findet Milbemycin
(z.B. Interceptor®) Verwendung: 0,5-1 mg/kg KGW 1- bis 2mal/d oral während 60-90 Tagen Gabe von Vit. E 300-400 mg/Hund p.o. 2 bis 3 mal /d nicht mit der Mahlzeit wird zur Heilungsförderung empfohlen Die gleichzeitige Pyodermie muss mit einem bakteriziden Antibiotikum behandelt werden
(in schweren Fällen über 3-6 Wochen), Lokaltherapie: Shampoo oder Bäder mit Chlorhexidin, Benzoylperoxidvon Jod-PVP

 
 
 
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Als wir bei Mailo die ersten Stellen entdekten (Augen Beinen Brust) sind wir gleich los zum TA. Dieser machte ein Hautschrapsel und erkannte eine hohe anzahl Demodex Milben. Die ganze Behandlung ging über 2-3 monate. wir musten ihn jede Woche mit der oben genanten Lösung Waschen und er bekam 2 Spritzen die Woche. Als wir die Behandlung nach 2-3 monaten Beendeten zeigte Mailo keine Symptome mehr und das ist auch bis jetz so geblieben.